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Pferdehalterhaftpflichtversicherung | Was müssen Sie beachten bzgl. Deckungserweiterungen, Reitbeteiligung etc.?

Während Kleintiere wie Katzen und Kaninchen in der ganz normalen Privathaftpflicht mitversichert gelten, wird für Pferde und Hunde eine separate Haftpflichtversicherung benötigt. Die Pferdehalterhaftpflichtversicherung übernimmt die Befriedigung berechtigter Ansprüche und wehrt unberechtigte Ansprüche gegen den Halter des Pferdes ab. Sie leistet in der Regel bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden.

Die Haftung bei Tierhaltern

Eine Person haftet in der Regel nach dem Verschuldensprinzip. Nur wenn der Anspruchsteller ein Verschulden nachweisen kann, ist die beschuldigte Person zu Schadenersatz verpflichtet. Bei Tieren verhält es sich anders. Allein aus der Haltung des Tieres entsteht eine Haftung, unabhängig vom tatsächlichen Verschulden. Selbst wenn der Pferdehalter nichts für das Fehlverhalten seines Tieres kann, wird er zur Kasse gebeten (sogenannte Gefährdungshaftung).

Schadenbeispiele

Ein Pferd kann schnell auch größere Schäden verursachen. Es muss nur die Umzäunung seiner Wiede durchbrechen und auf eine Straße laufen. Wenn ein Fahrzeug nicht mehr bremsen kann, haftet der Tierhalter für sämtliche Schäden, die entstehen (Fahrzeug, Behandlungskosten des Fahrers, evtl. Schmerzensgeld). Daher ist eine Absicherung über eine Pferdehalterhaftpflicht unbedingt zu empfehlen.

Kosten und Anbieter

Beinahe alle Versicherungsgesellschaften bieten Pferdehalterhaftpflichtversicherungen an, die Preise variieren aber sehr stark. Günstige Anbieter wie die Haftpflichtkasse Darmstadt verlangen nicht einmal 100 € für eine recht gute Absicherung, die teuersten Anbieter verlangen zum Teil mehr als 200 € für nur ein Pferd. Je mehr Pferde versichert werden, desto günstiger wird die Prämie insgesamt, die meisten Gesellschaften gewähren einen Rabatt auf weitere Pferde. In der Regel sollte ein Tarif ohne Selbstbeteiligung gewählt werden. Die Prämienersparnis ist im Vergleich zu SB-freien Tarifen nur sehr gering und das Pferd muss im Durchschnitt mindestens fünf Jahre schadenfrei bleiben, damit sich ein SB-Tarif lohnt.

Pferdehalterhaftpflichtversicherung vorhanden? | © Kathrin39/Fotolia

Pferdehalterhaftpflichtversicherung vorhanden? | © Kathrin39/Fotolia

Sinnvolle Deckungserweiterungen

Nach Möglichkeit sollte nicht nur der Preis entscheidend für den Abschluss sein, es gibt einige Deckungserweiterungen, die eingeschlossen werden sollten. Lohnenswert ist vor allem der Einschluss für Mietsachschäden an Weiden und Stallungen, wenn das Pferd in einem gemieteten Stall steht. Wenn es am Boden scharrt und die Drainage des Reitplatzes beschädigt, liegt die Schadenhöhe schnell im oberen dreistelligen Bereich. Leider versichern nur wenige Gesellschaften dieses Risiko überhaupt. Das Fremdreiterrisiko sollte ebenfalls mitversichert werden, damit auch Deckungsschutz besteht, wenn andere Personen außer dem Versicherungsnehmer das Pferd reiten.

Sonderfall Reitbeteiligung

Reitbeteiligungen müssen in der Regel gesondert angegeben werden. Sobald eine dritte Person das Pferd bewegt und pflegt und dafür einen (geringen) monatlichen Beitrag bezahlt, sind Ansprüche dieser Person ausgeschlossen. Die jeweiligen Personen müssen dann für eventuelle Verletzungen, die beim Reiten des Pferdes entstehen, eine separate private Unfallversicherung abschließen, um sich abzusichern.

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